Auf große Resonanz stieß die bereits zum 5. Mal veranstaltete kivi-Fachtagung "Vital älter werden" mit dem Schwerpunkt "Unsere Älteren: rundum versorgt in der 3. Lebensphase am 25.04.2017 in der Meys Fabrik Hennef.

Rund 60 Interessierte nahmen an der 5. Fachtagung „Vital älter werden“ in der Meys Fabrik teil. Nach der Begrüßung durch den Schirmherr , Herrn Bürgermeister Pipke, stellte Hermann Allroggen als Vorsitzender kivi e.V. die Hintergründe und bisherigen Erfolge der Initiative „Mitten im Leben (MiL)“ vor. Ebenso wichtig wie gewinnbringend sei es, dass sich die Menschen vor Ort als Bürgerinnen und Bürger auf den Weg machen und aktiv mitwirken, wenn sie in den ländlichen Regionen des Rhein-Sieg-Kreises in guten Strukturen alt werden möchten. Ehrenamt ist Ehrensache - der lebende Beweis dafür, dass ausgeprägtes bürgerschaftliches Engagement erfolgreich ist, zeigt beispielhaft das Engagement dreier MiL-Ehrenamtlichen: Vera Wamser aus Eischeid in Neunkirchen-Seelscheid, Cornelia Miethe aus Dambroich in Hennef und Heiko Jost aus Schönenberg in Ruppichteroth. Für ihren herausragenden Beitrag in und für MiL geehrt, bekamen sie von Hermann Allroggen im Namen von kivi e.V. eine Urkunde überreicht. Damit wurden erstmals Menschen ausgezeichnet, die sich für die Initiative MiL besonders engagieren. Die Auswahl sei angesichts vieler aktiver MiL-Beteiligter nicht leicht gefallen. Aus diesem Grund wird diese Form der Wertschätzung nun zukünftig fortgeführt werden, um die Bedeutung des Ehrenamts angemessen zu achten und die Leistungen der aktiven Bürgerinnen und Bürger bei MiL zu würdigen.

Was heißt es, gut oder weniger gut versorgt zu sein?

Als Chefarzt der Inneren Medizin im St. Franziskus Krankenhaus Eitorf ist Dr. Peter Dreßen die Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten „fürs Land“ ein allgegenwärtiges Anliegen. Ein massiver Wandel in der medizinischen Versorgung ist bereits in vollem Gange. Im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung ist das fortgeschrittene Durchschnittsalter der aktuell praktizierenden Medizinerinnen und Mediziner bedeutsam: Prognosen besagen, dass im Jahre 2020 etwa 30.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland fehlen werden, insbesondere im ländlichen Raum. Das wird sich zwangsläufig auch im Rhein-Sieg Kreis bemerkbar machen wird. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig, so der erfahrene Chefarzt. Vor allem in ländlichen Regionen gäbe es für junge Ärzte wenig überzeugende Anreize, Geld zu investieren um eine eigene Praxis zu eröffnen. Ein Lösungsansatz könnte zum Einen die verstärkte Förderung und Unterstützung jener Medizinstudenten sein, die sich explizit im ländlichen Raum niederlassen möchten. Zum anderen stellen Medizinische Versorgungszentren in der Peripherie eine reizvolle und mit weniger finanziellem Risiko verbundene Alternative zur eigenen Praxis dar, die für angehende Ärztinnen und Ärzte schmackhaft gemacht werden könne. Als Positivbeispiel führte Dr. Dreßen in diesem Zusammenhang ein bundesweit einmaliges Modell im hohen Norden auf: ein Ärztezentrum als kommunale Eigeneinrichtung. Als Pionier dieses Modells beschäftigt die 5000 Einwohner-Gemeinde Büsum in eigener Trägerschaft Medizinerinnen und Mediziner. Dadurch werden unterschiedlichste Konstellationen möglich wie Generationen übergreifendes Lernen und Zusammenarbeiten wie auch Teilzeitarbeit, was besonders Ärztinnen die Möglichkeit gibt, in ihrem Beruf zu arbeiten und dies mit ihrer Familie in Einklang zu bringen. „Die Medizin wird weiblich“, gibt Dr. Dreßen zu bedenken. So seien Personen, die ein Medizinstudium beginnen und erfolgreich beenden, überwiegend Frauen. Diese Tatsache bringe wiederum die Entwicklung mit sich, dass Vollzeitstellen von Ärztinnen aus Gründen von Familie, Schwangerschaft und Muttersein, eher die Ausnahme seien.

Die Wahrheit ist, dass ich mir heute schon Gedanken machen muss, damit ich im Alter noch alles habe, was ich zum Leben brauche!

Den zweiten Vortrag hielt Christian Klems, Leiter eines Regionalbüros der DorV UG, die von kivi mit einer Entwicklungsanalyse beauftragt wurde. Herr Klems befasste sich mit der multifunktionalen Nahversorgung, mit den Dingen des alltäglichen Lebens. Orte, aber auch Stadtteile, die früher über Lebensmittelläden, einen Bäcker und Metzger verfügten, bieten heute keinerlei Versorgung mehr. Gerade hier unterstützt und berät DorV nun bereits seit vielen Jahren mit seinem Konzept, das auf einem 5-Säulen Prinzip basiert: Lebensmittel, Kommunikation, kulturelle Angebote, Dienstleistungen und sozial-medizinische Versorgung. Eindrucksvoll erläuterte Klems, dass der kleine Laden im Ort durchaus gute Chancen habe, wenn viele Angebote miteinander verbunden werden, allen voran ein Bereich für Kommunikation wie ein Café. „Es gilt Ankerpunkte für Menschen zu finden oder herzustellen“, bekräftigt der Experte. Unverzichtbare Grundlage sei aber auch hier, das Engagement der Menschen vor Ort, die sich mit „ihrem Laden“ identifizieren und exakt aus diesem Grund auch dort einkaufen. Dass damit nicht nur alte Menschen gut versorgt sind, sondern auch z.B. Familien mit Kindern profitieren, steht außer Frage. Ganz deutlich wurde im Rahmen der Tagung, dass es der Slogan der DorV UG trifft: „Die Wahrheit ist, dass ich mir heute schon Gedanken machen muss, damit ich im Alter noch alles habe, was ich zum Leben brauche“. Mit diesen Worten gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die drei verschiedenen Diskussionsforen. Lebhaft wurde über die unterschiedlichen Aspekte der Versorgung der älter werdenden Menschen, heute und morgen, diskutiert. Die Ergebnisse werden in die Arbeit von „Mitten im Leben MiL“ einfließen. Zum Abschluss gab es im Foyer der Meys Fabrik Gelegenheit, die Diskussion fortzusetzen und Kontakte zu knüpfen. Umrahmt wurde dies von einem leckeren Imbiss, den Schülerinnen der Schule in der Geisbach aus Hennef zubereitet hatten und den Gästen frisch servierten.

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