Pilzköpfe, Rollzapfen, zertifizierte RC2-Fenster und P4A-Verglasung - innerhalb seines überaus lebendigen und praxisnahen Fachvortrags über Sicherheit und Einbruchschutz referierte Kriminalhauptkommissar Guido Tepper, Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei NRW, am 25. Oktober im Rahmen der Initiative „Mitten im Leben“, diesmal in dem gut besuchten Asylheim in Nackhausen. Über 45 wissbegierige Bewohnerinnen und Bewohner lauschten den Worten des humorvollen Polizisten.

 

Ein Einbruch ist das Schlimmste, was passieren kann. Nicht unbedingt vom Materiellen her, sondern vielmehr wegen der psychischen Nachwirkungen, die das unbefugte Eindringen in das eigene Zuhause mit sich bringt“, so der erfahrene Kriminalhauptkommissar. Er habe schon etliche Fälle erlebt, in denen Paare beispielsweise nicht mehr in Urlaub oder gemeinsam einkaufen gingen aus Angst eines erneuten Einbruches. Und jede Person, die diese ernormen psychischen Auswirkungen belächelt, möge sich die Frage stellen „Macht es mir etwas aus, dass ein Fremder in meinen privaten Sachen, meinem Kleiderschrank, meiner Kommode herumwühlt?“.

 

Vorallem in der näheren Umgebung von Autobahnen und Bundesstraßen, wo gute Bedingungen für eine möglichst schnelle Flucht bestehen, finden die meisten Einbrüche im Rhein-Sieg-Kreis statt. „Die Gesamtdauer eines Einbruchs beträgt hierbei lediglich 8 bis 12 Minuten inklusive dem Eindringen, dem Durchsuchen und der Flucht,“ klärt Herr Tepper auf. Dabei passieren 80% der Einbrüche durch das (Auf-)Hebeln von Fenstern oder Türen. Fenster sind häufig mit Rollzapfen ausgestattet, welche beim Schließvorgang in ein Gegenstück im Rahmen greifen. Mit einer Hebelwirkung lassen sich diese jedoch aus dem Gegenstück heben und bieten somit nur einen geringen Einbruchsschutz. Mehr Sicherheit wird durch sogenannte Pilzköpfe erreicht, welche in eine Nut greifen und durch ihre spezielle Pilzkopfform nicht einfach heraus gehebelt werden können. Schafft man es demnach das Risiko des Aufhebelns zu beseitigen bzw. zu minimieren, habe man sein Haus direkt um 80% sicherer gemacht, motiviert der erfahrene Polizist. Die einfachste Art diesem Appell nachzukommen, sei es stets alle Türen und Fenster zu schließen sobald das Haus verlassen wird unabhängig davon wie lange man fort ist.

 

Statistiken zeigen, dass die meisten Einbrüche im Rhein-Sieg-Kreis entgegen der häufigen Annahme nicht in der Sommerurlaubszeit, sondern im Winter in der Dämmerung im Zeitraum von 16.00 Uhr bis 20:00 Uhr geschehen. Das jeweilige Gebiet wird vorher genaustens unter die Lupe genommen und ausgekundschaftet. Genau aus diesem Grund sind Bürgerinnen und Bürger aufgerufen mitzudenken und zu agieren, sollten auffällige Personen und PKWs mit auswärtigem Kennzeichen im Wohngebiet oder auf dem Nachbargrundstück beobachtet werden. Dabei gilt jedoch nicht sich selbst wagemutig in Gefahrensituationen zu bringen, sondern vielmehr dem bekannten Slogan „Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig bei der Polizei anrufen“ Folge zu leisten.

 

Ungeachtet der gängigen Ausreden für das Aufrüsten des eigenen Zuhauses „Wer rein will, kommt sowieso rein!“, „Das kann doch keiner bezahlen“, „Es ist doch alles versichert“ und „Bei mir gibt es doch eh nichts zu holen“, bekräftigt Kriminalhauptkommissar Tepper, dass ein Einbruch zwar nicht immer verhindert, jedoch zumindest erschwert werden könne. Umso länger ein Einbrecher sich daran aufhalten müsse ein Fenster oder eine Tür zu knacken, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Einbruchversuch abgebrochen und ein leichter zugängliches Objekt gesucht wird. Um die Ausgaben der Maßnahmen zum Einbruchschutz stemmen zu können, sei das Aufrüsten des eigenen Zuhauses als ein Nach-und-Nach Prozess anzugehen. Für das eigene Wohlbefinden müsse hier jede Person für sich Prioritäten setzen und zur Not auch einmal auf einen größeren Urlaub verzichten. Der Einsatz von Einbruchsicherung lohne sich insofern, da jeder Einbrecher bei seiner Tat unter großem Stress steht, aus Angst entdeckt zu werden. Lärm und Verletzungen sollen tunlichst vermieden und mitgenommenes Werkzeug auf ein Minimum reduziert werden. Aus diesen Gründen neigen Einbrecher dazu, schnell aufzugeben und weitere Mühen zu scheuen, um den Vorsatz „Schnell rein, schnell raus“ zu erfüllen.

Bei all den „Horror-Szenarien“ aus seiner Dienstzeit sei jedoch zu betonten, dass „Einbrecher in der Regel nicht an den Menschen, an die Bewohner des Hauses, wollen, sondern an die Beute“, entwarnt Herr Tepper. Die Täter seien nicht auf Konfrontation aus, weshalb Einbrüche dann geschehen, wenn niemand zu Hause ist oder es so scheint, als wäre niemand da. Es helfe demnach schon, wenn das Eigenheim nicht in vollkommener Dunkelheit zurückgelassen, sondern beispielsweise ein Licht brennen gelassen würde, um ungebetene Gäste fern zu halten. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.polizei.nrw.de/lka/.

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