Arthrose und die Kunst der Endoprothetik - dies war Thema des Fachvortrags am 21.08.2017 in Leuscheid, an dem über 50 Interessierte teilnahmen.

Was ist Arthrose und welche Möglichkeiten des künstlichen Gelenkersatzes gibt es für Hüfte, Knie und Schulter? Diese und viele weitere Fragen wurden gleich von zwei Experten umfangreich beantwortet ...

Endoprothetik - das Handwerk des künstlichen Gelenkersatzes

"Ein bisschen geht es zu wie in der Werkstatt. Es ist richtiges Handwerk erforderlich, wenn man Metall in ein biologisches System wie den menschlichen Köper einsetzt. Logo Eitorf KHDa kommt auch öfters mal der 5kg Hammer während der Operation zum Einsatz".

Den beiden Chefärzten der Orthopädie aus dem St. Franziskus-Krankenhaus in Eitorf, Dr. Jörg-Uwe Schulz und Dr. Georg Stirner, gelang es, dem Publikum die umfangreichen Fachinformationen zum Thema Endoprothetik in einer humorvollen und verständlichen Art zu vermitteln.

Arthrose liegt dann vor, wenn kleinste alltägliche Bewegungen starke Schmerzen verursachen, da der Knorpel bis auf die Knochen abgebaut ist. Der Gelenkspalt wird zunehmend schmaler, wodurch letztendlich Knochen auf Knochen reibt, was wiederum höllische Schmerzen zur Folge hat. Das Problem dieser schmerzhaften Gelenkserkrankung ist fatal - "Wenn der Knorpel weg ist, ist er weg und er kommt auch nicht wieder", betont der Experte Dr. Stirner. Die Ursachen von Arthrose sind bis heute nicht eindeutig geklärt, da sie von vielen Faktoren beeinflusst wird. Allen voran die genetische Prädisposition, Ernährung und Bewegung, genauer gesagt: das Ungleichgewicht zwischen Beanspruchung und Belastbarkeit der Gelenke. Ein Couchpotato, der seinen Körper zu wenig beansprucht, sei dabei ebenso gefährdet wie ein Hochleistungssportler, der seinem Körper kaum bis gar keine Ruhephasen gönnt.

Doch wann ist der operative Ersatz durch ein künstliches Gelenk tatsächlich notwendig?

Als Faustregel gilt: dann, wenn nicht operative Maßnahmen versagen und die Lebensqualität des Betroffenen maßgeblich darunter leidet. Die Entscheidung für oder gegen die Notwendigkeit eines künstlichen Gelenkersatzes werden natürlich stets gemeinsam mit dem Patienten bzw. der Patientin getroffen. "Der Chirurg, der ohne triftigen Grund unnötig Metall in einen Menschen implaniert, hat seine Profession verfehlt", so die überzeute Meinung von Dr. Stirner. Seitdem 1890 der deutsche Chirurg Herr T. Gluck die erste Prothese aus Elfenbein in den menschliche Organismus implantierte, hat sich einiges getan. Zementierte vs. unzementierte Implantate, Oberflächenersatz, Kurzschaftprothesen oder Modulare Prothesen: heutzutage werden jährlich zig unterschiedliche Prothesentypen für Hüfte, Knie und Schulter betroffenen Patienten und Patientinnen operativ eingesetzt. Individuelle Beratung und eine vernünftige Diagnostik ist unumgänglich, um jedem Patienten und jeder Patientin exakt das Implanat zu geben, welches er oder sie braucht, so der erfahrene Chefarzt. Auch Prothesen haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen je nach Alter des Patienten und dessen Umgang mit dem Implantat i.d.R. nach 12-15 Jahren ausgetauscht werden. Alterstechnisch sei dies jedoch nach oben hin nicht begrenzt. Die ältesteste Patientin von Chefarzt Dr. Stirner hatte am Tag ihrer Operation das stolze Alter von 101 Jahren erreicht!

Was genau erwartet mich, wenn ich mich für eine Prothese entscheide?

Um Ängsten und Sorgen entgegenzuwirken, offenbarte Dr. Schulz abschließend die konkreten Abläufe des Klinikaufenthalts in aller Ausführlichkeit. Angefangen von der Aufnahme des Patienten bzw. der Patientin, der Vorbereitung bis zum Eingriff, der Operation selbst bis hin zum Aufwachen, der Schmerzmedikamentation und der Anschlussheilbehandlung in Form einer ambulanten oder stationären Rehabilitation. Wie lange dauert die Operation? Wie hoch ist der Blutverlust während des Eingriffs? Kann ich nach der OP direkt wieder gehen? Und was genau hat es mit der endoCert Zertifizierung des Eitorfer Krankenhauses auf sich? Die wissbegierigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit ihren Nachfragen kaum zu stoppen.

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