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Beim diesjährigen kivi-Tag ging es in Anwesenheit des Landrates Sebastian Schuster, der stv. Bürgermeisterin Siegburgs, Fr. Dr. Hasse-Mühlbauer und des Bürgermeisters der Gemeinde Much, Norbert Büscher, erneut um die Themen Gesundheit und Lebensqualität der Menschen im Rhein-Sieg-Kreis. Dabei wurde deutlich, wieviele Initiativen kivi in den letzten Jahren durchgeführt hat und dass tausende Menschen in Sachen Gesundheitsförderung geschult und qualifiziert wurden; im Kinder- und Jugendbereich gehören dazu mehr als 100 Kitas und Grundschulen, mehr als 3000 pädagogische Kräfte und über 35000 Kinder und Jugendliche.

Zunehmend wurde in der Arbeit der vergangenen Jahre erkennbar, dass eine hohe Lebensqualität immer ein Thema ist, in das alle Generationen und das soziale Umfeld einbezogen werden müssen. Diese Erkenntnis prägt auch die letzte große kivi-Initiative "Mitten im Leben", bei der der Schwerpunkt auf der Lebensqualität der älter werdenden Bevölkerung in den Quartieren und Dörfern liegt.

Lob und Anerkennung für die Arbeit von kivi gab es von beiden Referenten, die fachlich hoch kompetent das Tagungsthema " Chancen für die Zukunft - soziale Gemeinschaften" beleuchteten:

Martin Richter, Kreisdirektor , Kämmerer und Sozialdezernent des Kreises Mettmann, belegte eingehend die Notwendigkeit , sich jetzt auf die demographischen Entwicklungen und insbesondere auf die Veränderungen im Bereich Pflege einzustellen. Aus seiner Sicht als Kämmerer sei unstreitig, dass die gesellschaftlichen und medizinischen Entwicklungen in den Kreisen zu immensen Steigerungen der Sozialhaushalte binnen weniger Jahre führen werden, wenn nicht schnell und zielgerichtet präventiv gegengesteuert werde. Eine prognostizierte Verdoppelung des Sozialetats z.B. für den Kreis Mettmann zwischen 2008 und 2030 von rd 20 Mio Euro auf über 41 Mio Euro , die den Kreis und über die Kreisumlage auch die kreisangehörigen Kommunen immens belasten würde, sei nur durch ressortübergreifendes und gemeinsames Handeln aller Kommunen und sonstigen sozialen Akteure zu beeinflussen. Deshalb hat der Kreis Mettmann ein Projekt "ALTERnative 60plus" ins Leben gerufen, um die persönliche Lebensqualität im eigenen Wohnraum und im gewohnten sozialen Umfeld zu sichern. Dafür unterstützt der Kreis lokale Akteure u.a. 41 Seniorenbegegnungsstätten. Diesem Ziel dient auch das "Rahmenkonzept für die seniorengerechte Quartiersentwicklung", das der Kreis Mettmann 2013 mit seinen Städten und Gemeinden erstellt hat. Städte und Gemeinden, die im Rahmen dieses Konzeptes vereinbarte Ziele erreichen, erhalten vom Kreis einen finanziellen Bonus als Anreiz für weitere Schritte.

Der zweite Fachreferent, Dr. Torsten Bölting , Geschäftsführer des InWIS-Aninstituts der Ruhr-Universität Bochum, unterstützte den Ansatz von M. Richter und beschrieb anhand diverser Beispiele, wie schnell und wirksam lokale Maßnahmen greifen, die die Ort(-steil)e attraktiver und lebendiger machen. Unverzichtbar sei es, frühzeitig in alle Aktivitäten die Bürgerinnen und Bürger vor Ort einzubeziehen, um bedarfsgerechte Entwicklungen einzuleiten. Auch könne die öffentliche Hand nicht ohne die aktive Mitwirkung anderer Beteiligter wie Verbände und Vereine erfolgreich die Zukunft entwickeln; dabei sein müßten auch die örtlichen Unternehmen.

Hermann Allroggen, Vorsitzender von kivi, bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei den beiden Referenten für ihre fachkundigen und hilfreichen Ausführungen. Für die Zukunft sagte er weitere Berichte über entsprechende Aktivitäten in anderen Kommunen zu und drückte seine Hoffnung aus, dass die Beteiligung von Politik und Verwaltungen an der Entwicklung der Quartiere wachse.


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